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Kommunikationswissenschaft in München

Das Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (IfKW) ist eine der ältesten und traditionsreichsten universitären Lehr- und Forschungseinrichtungen im Fach Kommunikationswissenschaft. Gegründet wurde es bereits 1924 als "Institut für Zeitungswissenschaft". Heute ist das IfKW eines der größten, leistungsfähigsten und renommiertesten Universitätsinstitute, die im deutschsprachigen Raum das Fach Kommunikationswissenschaft oder verwandte Fächer vertreten.

Das akademische Ausbildungsangebot für Medien- und Kommunikationsberufe ist in den beiden letzten Jahrzehnten recht unübersichtlich geworden. Es gibt unterschiedliche Fachbezeichnungen und viele verschiedenartige – aber oft auch nur unterschiedlich benannte – Studiengänge; auch die Zahl der Ausbildungsstandorte und -einrichtungen ist erheblich gewachsen (eine Orientierung bietet die Website medienstudienfuehrer.de). Das Fach Kommunikationswissenschaft hat in diesem Feld den Status einer Basisdisziplin, mit deren Forschungsansätzen die meisten Fragen und Problemstellungen rund um Medien und öffentliche Kommunikation bearbeitet werden können.

Gegenstand der Kommunikationswissenschaft ist die Kommunikation, also der Prozess der Übertragung oder wechselseitigen Vermittlung von Informationen und Bedeutungen. Im deutschsprachigen Raum liegt der Fokus dabei auf der öffentlichen, massenmedial vermittelten Kommunikation, d.h. auf Massenkommunikation und Massenmedien (Zeitungen, Zeitschriften, Hörfunk, Fernsehen, Online-Angebote u.a.). Zentrale Themen sind die Inhalte, Entstehung, Nutzung und Wirkung von Medienangeboten sowie die historische Entwicklung, Strukturen, Rahmenbedingungen und Funktionen der Medien und der Massenkommunikation. Die interpersonale Kommunikation – zwischen Einzelpersonen oder in Gruppen – spielt dagegen traditionell kaum eine Rolle. Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich dies allerdings etwas geändert; mittlerweile interessiert sich das Fach auch hier vermehrt für die medienvermittelte (Internet, Mobiltelefon) interpersonale Kommunikation. Das ist auch eine Folge der zunehmenden Verflechtung von Massenkommunikation und interpersonaler Kommunikation (vor allem im Internet). Die Kommunikationswissenschaft ist im deutschsprachigen Raum überwiegend sozialwissenschaftlich ausgerichtet, im Mittelpunkt der Betrachtung steht also menschliches Handeln im Kontext von Gruppen, Organisationen und der Gesellschaft. Außerdem ist das Fach in der Regel empirisch orientiert, d.h. die wissenschaftlichen Aussagen werden nach Möglichkeit auf der Basis von Erfahrungen getroffen (diese systematischen Erkenntnisse über die Realität gewinnt man durch Befragungen von Medienmachern und Mediennutzern, Inhaltsanalysen von Medienangeboten u.a.). Kommunikationswissenschaft ist außerdem ein interdisziplinär angelegtes Fach, das zahlreiche Verbindungen zu Nachbardisziplinen hat (Soziologie, Psychologie/Sozialpsychologie, Politikwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft u.a.) und auch deren Konzepte, Theorien, Methoden und Forschungsbefunde nutzt.

Wir am Münchner Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung teilen diese fachliche Ausrichtung und bewegen uns damit im Kerngebiet unserer Disziplin. Mit über 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (ergänzt durch zahlreiche erfahrene Lehrbeauftragte aus der Medienpraxis) decken wir die verschiedenen Themenfelder der Kommunikationswissenschaft breit ab. Damit gewährleisten wir in mehreren Studiengängen eine gründliche und anspruchsvolle wissenschaftliche – aber auch praxisbezogene – Ausbildung für ein breites Spektrum von Medienberufen. Wir erbringen in unserem Fach innovative Forschungsleistungen auf hohem Niveau, die auch international konkurrenzfähig sind. Und nicht zuletzt bieten wir am IfKW ein fruchtbares intellektuelles Umfeld für die Qualifikation erfolgreicher Nachwuchswissenschaftler.

Prof. Dr. Wolfram Peiser
Direktor des Departments Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung
München, im Oktober 2008

 

 

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